Nach Spichra wird die alte Stadt Creuzburg passiert. Bis nach Creuzburg wurde im Mittelalter eine Werraschiffahrt betrieben, bis zur Brücke aus dem Jahre 1223 soll die Werra damals für kleine Flußschiffe befahrbar gewesen sein. Manche Orte an der Werra, Creuzburg und Mihla, insbesondere aber Wanfried besaßen das Stapelrecht. Das bedeutete, dass alle passierenden Schiffe anlegen mussten um ihre Waren zum Verkauf anzubieten.
In Mihla ist ein solcher „Hafen“ im Bereich des „Hölzerkopfhauses“ anzunehmen, die „Schlagd“, der Haupthafen für diese Werraschifffahrt in Wanfried ist noch heute gut bekannt.
Kurz vor Mihla bilden die Ebenauer Klippen einen besonders romantischen Abschnitt des Tales. Durch den Kalksteinabbau im Steinbruch von Buchenau haben sich bis heute nur noch Reste dieses Massivs erhalten.

Die Ebenauer Köpfe bei Buchenau.

In Mihla erhalten die Flößer beim Passieren der Schleuse Damenbesuch. Leider kennen wir die Absichten der vier jungen Mädchen nicht, auch nicht deren Namen…
Nach dem das Mihlaer Wasserkraftwerk überwunden ist, wird die Floßfahrt rauer. Das Tal verengt sich hinter Frankenroda und ab Probsteizella sind es die Falkener Klippen, die die Fahrt beschleunigen. In Falken muss wieder eine Schleuse am dortigen Wasserkraftwerk genutzt werden. Dann gleiten die Flöße im ruhigen Wasser an der Stadt Treffurt vorbei. Die Ruine des Normannsteines grüßt die Flößer.

Das Turbinenhaus (rechts) des Wasserkraftwerkes Mihla, links die Schleuse. Die Flößer werden schon erwartet… Passagiere steigen zu.
Nach Treffurt ist man schon im Hessischen. Wanfried wird passiert und dann dauert es schon nicht mehr lange, dass nach Allendorf vor Witzenhausen die Burgen Ludwigstein und Hanstein grüßen.
Nach dem Kraftwerk und der Schleuse, dem „Letzten Heller“, der sicher für die Passage der Schleuse gezahlt werden musste, geht es dann im letzten Stück bis nach Hannoversch-Münden. Ein Besuch am Weserstein ist Pflicht.
Rainer Lämmerhirt
– Mihla –
