Fakten

Geschichte

  • bereits zur Bronzezeit besiedelt
  • 1229 zum ersten Mal erwähnt
  • über Jahrhunderte Adelsdorf und im Besitz verschiedener Familien
  • 1753 Ende der adeligen Ortsherrschaft
  • dann GErichtsbarkeit beim AMt Creuzburg
  • 1754 – 237 Einwohner

heute

  • Teil der Stadt Amt Creuzburg
  • ca. 430 Einwohner
  • Sehenswürdikeiten: spätgotische Dreifaltigkeitskirche, Fachwerkhäuser, brozezeitliche Hügelgräber, mittelalterl. Dorfbefestigung
  • etwa 430 Einwohner in 150 Wohnhäusern (damit drittgrößter der fünf Ortsteile des Amtes Creuzburg)
  • auf einer Hochfläche etwa 200 m über dem Werratal gelegen
  • Bereits vor über 3000 Jahren war der Scherbdaer Höhenzug besiedelt, wovon fünf bronzezeitliche Hügelgräber südlich der Ortslage zeugen. Auch der ursprüngliche Name „Scherbede“ deutet der Ortsnamensforschung zufolge auf ein hohes Alter der Ansiedlung hin (bis zu 2000 Jahre).
  • Das alte Scherbda soll nördlich des heutigen Dorfes gelegen haben, woran heute noch Flurnamen wie „Hinterscherbda“ und „Auf dem alten Kirchhof“ erinnern. Die erste urkundliche Erwähnung Scherbdas stammt aus dem Jahr 1229, als hier Besitzungen des nordhessischen Klosters Lippoldsberg genannt wurden.
  • Über Jahrhunderte war Scherbda Adelsdorf. Im 13. und frühen 14. Jahrhundert wird ein Adelsgeschlecht „von Scherbede“ genannt, ab 1357 die Familie von Creuzburg und ab 1598 schließlich die Familie von Wangenheim. Mit dem Verkauf des Scherbdaer Gutshofes durch Ernst Wilhelm von Wangenheim an die herzogliche Kammer im Jahre 1753 endete das Kapitel der adeligen Ortsherrschaft. Die Gerichtsbarkeit lag fortan beim Amt Creuzburg. Das Scherbdaer Kammergut wurde noch einige Jahre von Pächtern bewirtschaftet, bevor es 1836 aus wirtschaftlichen Gründen zerschlagen und für 20.000 Taler an die Gemeinde verkauft wurde.

Bevölkerungsentwicklung

 

1754 – 237 Einwohner

1817 – 356 Einwohner

1871 – 445 Einwohner

1910 – 503 Einwohner

1964 – 553 Einwohner

1997 – 492 Einwohner

2012 – 450 Einwohner

aktuell ca. 430 Einwohner

 

Kleine Zeittafel zur Ortsgeschichte

1229     Erste urkundliche Erwähnung

1357     Friedrich von Creuzburg und seine Söhne Rudolf, Lutze und Wetzel überließen dem Kloster zu Creuzburg tauschweise einige Güter zu Ifta gegen das Gut Scherbda.

1364     Mit Johann von Scherbda, Ratmann zu Eschwege, wird letztmals ein Familienmitglied aus dem Adelsgeschlecht von Scherbda urkundlich genannt

1431     Erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens „Hinterscherbda“

1490     Hinterscherbda wird als Wüstung bezeichnet.

1589     Das durch den Tod Georgs von Creuzburg im Jahre 1582 anheim gefallene Lehen über Scherbda wurde von den Brüdern Johann Casimir und Johann Ernst von Sachsen-Coburg „gegen einen namhaften Kaufschilling“ an Friedrich Burghardt von Zenge zu Hallungen verkauft.

1598     Friedrich Burghardt von Zenge verkaufte das Gut Scherbda an Bernhard von Wangenheim, den Ehemann seiner Nichte Dorothea von Creuzburg.

1619     Erste Erwähnung einer Schule in Scherbda

1665     Das Wangenheimische Patrimonialgericht führte gegen sechs Scherbdaer Frauen Prozesse wegen des Verdachts der Hexerei. Drei Frauen wurden hingerichtet, eine freigesprochen. In zwei Fällen ist das Urteil unbekannt.

1671     Grundsteinlegung der heutigen Scherbdaer Kirche durch Gideon von Wangenheim

1673     Erste Erwähnung der Scherbdaer Kirmes

1761     Ausmalung der Kirche durch den Mühlhäuser Maler Johann Hermann Bauer

1762     Entdeckung eines Steinkohlevorkommens zwischen Creuzburg und Scherbda, ein Abbau erwies sich jedoch als unrentabel

1811     Gründung des Scherbdaer Kirchenchores

1841     Bei einem Unwetter wurde das Mädchen Anna Katherina Eichholz von Wasserfluten mitgerissen und später in Freitagszella tot aufgefunden.

1848     Die zweijährige Marie Bäringer, Tochter des Müllermeisters Friedrich Bäringer, wurde von einem Windmühlenflügel erschlagen.

1879     Scherbda wurde von einem schweren Brandunglück heimgesucht, vor allem die großen Bauerhöfe in der Mitte des Dorfes waren betroffen.

1881     Die Scherbdaer Feuerwehr erhält eine Handdruckspritze, welche noch heute existiert.

1886     Am 20. Dezember kam der Scherbdaer Pfarrvikar Karl Hempel im Alter von 25 Jahren auf dem Heimweg von Creuzburg in einem Schneesturm ums Leben. Ihm wurde im Jahr darauf ein Denkmal gesetzt.

1900     Erstmals wird im Ort eine Zigarrenfabrik erwähnt, die mit einigen Unterbrechungen bis 1930 existierte.

1905     Im ehemaligen Gasthaus Salzmann ging das erste Scherbdaer Telefon in Betrieb.

1912     Die 17-jährige Anna Helbig wurde beim Rübenhacken auf dem Hegerain bei Scherbda vom Blitz getroffen und getötet.

1916     Von der Überlandzentrale Braunhold in Creuzburg ausgehend wurde Scherbda an das Elektrizitätsnetz angeschlossen.

1919     Nach einem brutalen Raubüberfall wurde die Müllersfrau Anna Schmidt in ihrem Kuhstall ermordet aufgefunden. Als dringend tatverdächtig wurden zwei Männer aus Eisenach festgenommen.

1926     Bau der neuen Schule in der Lindenstraße, fortan wurde in zwei Schulgebäuden unterrichtet

1930     Bau der neuen Straße von Creuzburg nach Scherbda

1937     Die lange Zeit vermisste Dorothea Schröder aus Scherbda wurde in der Nähe von Creuzburg tot aufgefunden.

1940     Die Gemeinde erwarb das Hausgrundstück Angerstraße 10, um hier ein Hitler-Jugend-Heim einzurichten und ein neues Spritzenhaus zu bauen (später Rat der Gemeinde).

1941     Einrichtung eines Kriegsgefangenenlagers mit 23 serbischen Gefangenen in der alten Schule

1950     Eröffnung eines Kindergartens in Scherbda

1952     Am 5. Juni wurden der Rentner Friedrich Meng und dessen Tochter Erna Gern zwangsweise nach Schmalkalden umgesiedelt.

1959     Gründung der LPG „Solidarität“

1961     Der Scherbdaer Fritz Handke wurde im Zuge der „Aktion Kornblume“ zwangsweise umgesiedelt.

1962     Hubschrauberabsturz südlich von Scherbda beim Bau eines Vermessungsturmes

1964     Für das Projekt „Tonbandaufnahmen der deutschen Mundarten in der DDR“ des Instituts für deutsche Sprache und Literatur wurden im Bürgermeisteramt drei Tonbandaufnahmen der Scherbdaer Mundart angefertigt.

1965     Bau einer zentralen Wasserversorgung, bisher gab es nur einzelne Brunnen

1970     Schließung der Scherbdaer Schule

1971     Bau einer großen Bullenmastanlage am südwestlichen Ortsrand

1972     Eröffnung eines Zweigbetriebes der Zigarrenfabrik Treffurt.

1972     Der langjährige Scherbdaer Förster Gerhard Wölkner wurde wegen angeblicher Beteiligung an Attentatsplänen auf den DDR-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht zu lebenslanger Haft verurteilt. Er wurde nach der Wende posthum rehabilitiert.

1981     Bau eines Abwasserkanals in der Ortslage mit einer Gesamtlänge von 3,5 km

1984     Fertigstellung des Einkaufszentrums in der Lindenstraße, hierzu wurde eine Scheune umgebaut

1991     Beginn des Abbaus von Kalkschotter etwa 1 km nordwestlich des Ortes

1994     Eingemeindung nach Creuzburg

1996     Schließung des Scherbdaer Kindergartens

2004     Bau des Aussichtstürmchens am Triftkopf

2005     Fertigstellung eines neuen Sportplatzes am südlichen Ortsrand

2020     Aufnahme als Förderschwerpunkt der Thüringer Dorferneuerung

Galerie

Text und Bilder: Christoph Cron, Scherbda

Highlight´s

Blutbuche

300 Jahre altes Naturdenkmal

Hügelgräber

fast 3000 Jahre alt

Dreifaltigkeits-kirche

Mit wertvollen Deckengemälden.

Blutbuche

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