Husarenpflichten
Höhepunkt der Mihlaer Kirmes ist der Kirmessonntag, so auch in diesem Jahr. Nach dem Kirmestanz auf dem Saal der „Goldenen Aue“ beginnt der Tag in aller Frühe und noch bei Dunkelheit mit dem „Wecken“ durch einen Trompeter.
Dann müssen die Pferde abgeholt und gesattelt werden, die Burschen machen sich auf den Weg zu ihren Kirmesmädchen, um dort die geschmückten Kirmeshüte in Empfang zu nehmen.

Die Kirmesschar ist auf dem Propel vorgeritten. Die Morgenreden beginnen.

Der Propel ist in diesem Jahr gut mit Neugierigen gefüllt, Foto Marko Fehr.
Um 8.00 Uhr erwarten die Mihlaer dann die Husaren und alle anderen Teilnehmer der Kirmesgesellschaft auf dem Mihlaer Propel. Hoch zu Ross, in Begleitung zweier Kutschen, einmal für die Kapelle und eine andere für die Kirmesmädchen, wird der Propel erreicht.
In diesem Jahr nicht mit dem üblichen „Kirmeswetter“, Nebel, der dann bei den Morgenreden der Sonne weicht. Das Wetter zur Kirchweih 2026 war durchwachsen und alle sind froh, dass es nicht regnet.
Nun folgen für die beiden Husaren Robin Henn und Valentin Pfeil der Moment, auf den sie sich gemeinsam mit ihren Kirmesschreibern lange vorbereitet haben. Es ist die Pflicht der Husaren, in den frei vorgetragenen „Morgenreden“ das letzte Jahr Revue passieren zu lassen. Viel Kritik ist erlaubt, aber auch Lob.
Am Anfang steht bei beiden der Gruß an die Anwesenden und den Pfarrer, es geht ja um die Kirchweih. Der erste Husar setzt dann mit der „großen“ Politik an. Da gab es viel Kritik zu hören, Trump, Merz, Wahlen und keine Lösungen.
Aber auch die Entwicklungen im Heimatort, werden mit spitzer Zunge und wohlgeformt vorgetragen. Auch da geht es um die Wahlen, um den neuen Bürgermeister Toni Nickol, dem man viel Erfolg wünscht und Unterstützung zusagt, um die Verabschiedung von Altbürgermeister Rainer Lämmerhirt und um seine öffentliche Verabschiedung im Juli. Ein Dank für 30 Jahre Verantwortung wird ausgesprochen. Dann werden Ereignisse in den Vereinen, Baustellen und Probleme benannt. Beide Morgenreden erhalten viel Beifall von den zahlreichen Gästen auf dem Propel.

Umritt durch den Ort, auf dem Weg nach Lauterbach. An der Spitze Vorreiter Sven Vieweg, die Husaren und die Platzmeister.
„Eskadron nach links brecht ab!“, dieser militärische Befehl des 1. Husaren beendet dann nach gut einer Stunde den diesjährigen Ritt zum Propel. Durch den Ort geht es mit den Tönen der Kapelle nach Lauterbach zum Frühschoppen.
– Ortschronist –
