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Vor 100 Jahren, 1922, wurden in Buchenau die Werrawerke AG gegründet

Die Diskussion über die Zukunft der Buchenauer Fußgängerbrücke hat das Interesse an der Geschichte des Industriestandortes Buchenau bei einigen Lesern geweckt.

Zudem liegen mir einige Farbfotos vor, die in den 60er Jahren aufgenommen wurden und die bisher kaum bekannt waren.

Zudem jährt sich in diesem Jahr zum 100sten Mal das Gründungsjubiläum der Werrawerke AG und damit der wohl entscheidende Schritt zur Aufnahme der Sodafabrikation.

Die Kenntnisse über die umfangreichen Kalisalzlagerstätten entlang der Werra sind jedoch viel älter. Schon in germanischer Zeit wurde deswegen Krieg geführt und die Saline Wilhelmglücksbrunn lieferte schon vor 500 Jahren das dringend benötigte Salz.

Zurück zu Buchenau.

Im Jahre 1909 ließ der Kommerzienrat von Dreyse, Enkel des Erfinders des aus Sömmerda stammenden preußischen Zündnadelgewehrs und Inhaber der Creuzburg und der Saline Wilhelmglücksbrunn, ein geologisches Gutachten über die Kalisalzlagerstätten in der Flur von Buchenau erstellen.

Damit begann die Geschichte der Sodaproduktion, die 1922 zur Gründung der Werrawerke AG Eisenach und zur Produktionsaufnahme im Jahre 1927 führte. Schon bald besaß die belgische Aktiengesellschaft Solvay & Cie. mit Hauptsitz in Brüssel die Mehrheit der Aktien des Unternehmens.

Die in einer Mächtigkeit von 20 Meter anstehenden Steinsalzstöcke an beiden Werraufern wurden durch ein Nassverfahren gefördert und durch ein chemisches Verfahren zu Soda verarbeitet.

Am gegenüberliegenden Ufer der Werra wurden durch Bohrtürme weitere Lagerstätten erschlossen und die Sole über Rohrleitungen über drei Rohrbrücken in das Werksgelände transportiert.

Den älteren Einwohnern sind die Bohrtürme noch in guter Erinnerung.

Zu diesem Großbetrieb pendelten zwischen 1927 und bis zur Stilllegung 1969 täglich bis zu 600 Arbeiter aus dem Umland mit der Eisenbahn. Das im Werk erzeugte Soda wurde ebenfalls per Güterwagen abtransportiert.

Das Sodawerk Buchenau entwickelte sich zu einem bedeutenden leistungsstarken Betrieb in der Sodaherstellung mit einer stetig wachsenden Tagesproduktion: 1929: 40 Tonnen, 1940: 801 Tonnen und 1955: 2000 Tonnen. Im Oktober 1968 wurde auf Beschluss der staatlichen Wirtschaftsführung der DDR die Sodaproduktion eingestellt, das Werk und die Gleisanlagen von Buchenau bis Wartha wurden demontiert.

Blick vom Sollert, dem Standort der Bohrtürme, auf das Sodawerk Buchen, um 1960.

Aufnahme vom gleichen Standort auf die Landstraße nach Mihla und die zweite Rohrbrücke. Rechts das Pumpengehäuse für einen der dortigen Klärteiche.

Und nun schauen wir nach Westen. Buchenau, dahinter der Steinbruch, der alte Gutshof mit der Tischlerwerkstatt, links dem Konsumgebäude und der Rohrbrücke, die damals bereits als Fußgängerbrücke genutzt wurde.

-Ortschronist Mihla-

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