Unser Freibad in Mihla wird 50 und wir alle wollen feiern!

Vor 50 Jahren, am 24. Juni, einem kalten und wenig sommerlichen Tag, wurde das Mihlaer Freibad auf dem Sand feierlich eröffnet und eingeweiht.

Blicken wir daher kurz in die Geschichte des Bades und seiner Entstehung:

Für DDR-Verhältnisse war Ungewöhnliches Geschehen: Fleiß, Beharrlichkeit, Zusammenhalt; Schweiß und immer wieder Spenden; hatten sich gegenüber Materialknappheit, Finanznot und „sozialistischer“ Bürokratie durchgesetzt!

Dies war nur möglich, weil an der Spitze der nie abreißenden Kampagne für den Bau des Freibades am Löhgen Persönlichkeiten standen, die sich die Verwirklichung ihres Traumes zum Lebensinhalt gemacht hatten: Der geachtete und weithin angesehene Landarzt Dr. Ernst Wiedemann und seine Familie sowie Günther Nickol, Bürgermeister und Bauherr des Bades.

Sie erhielten Unterstützung durch die Projektanten Harri Berz, Werner Schuchardt und Hans Fischer, durch Gemeindevertreter und viele nichtgenannte und unbekannte Menschen aus Mihla und der Region.

Badefreuden in einem Flussbad gab es schon vor dem 1. Weltkrieg. Damals unterhielt der Schwimmverein Mihla ein einfach gestaltetes Freibad am Werraufer, gegenüber dem heutigen Sportplatz.


So begann es: Badefreuden in der Werra bei einer der legendären „Schwimmfahrten“ von Buchenau bis Mihla.

Die vom Verein alljährlich organisierten „Schwimmfahrten“ zogen immer hunderte Teilnehmer aus ganz Thüringen und Hessen an. Seit 1907, der Errichtung der Bahnlinie, musste die Bahn dafür sogar Sonderzüge auf den Weg bringen.

Mit dem Bau der neuen Werrabrücke 1936 und der beginnenden Werraverschmutzung durch die Kaliindustrie musste zunächst das Flussbad an eine andere Stelle verlegt werden. Die Attraktivität der Feste ging verloren und der 2. Weltkrieg beendete alsbald diese schöne Tradition.

Mit dem Bau der neuen Mihlaer Schule im „Bachhof“ entstand dort ein kleines Schwimmbad, eigentlich als Feuerlöschbecken gedacht.

Die Qualität dieses Bades genügte sicher nur einfachsten Ansprüchen. Das Wasser kam aus einer nahe gelegenen Quelle, floss eiskalt und ungefiltert in das Becken, das bereits in einen Schwimmer–und Nichtschwimmerbereich geteilt war.

Daher wurde in der damaligen Gemeindeverwaltung Mihlas bereits in den 60er Jahren die Frage eines neuen Freibades diskutiert.

Die Realisierung dieser Pläne, für die sich schon damals Dr. Wiedemann aus hygienischen Gründen stark machte, schien der Zukunft vorbehalten.

Doch Ende der 60er Jahre erlangte die Gemeinde Mihla mehrmals staatliche Auszeichnungen, vor allem im „Mach mit“-Wettbewerb. Mihla wurde dadurch bei den übergeordneten Behörden bekannt, ebenso der Bürgermeister, der bald für den Schwimmbadgedanken gewonnen wurde.

Die Kräfte wurden nun gebündelt. Es ging darum, ein Freibad zu errichten, eine Maßnahme, die nicht im „Volkswirtschaftsplan“ vorgesehen war und daher auch keinerlei finanzielle oder gar materielle Grundlage besaß.

Günther Nickol regte ein Initiativpgramm außerhalb des Planes an und war sogar bereit, ein solches als „Schwarzbau“ voranzutreiben.

Durch Dr. Wiedemann kam es 1967 zur Gründung eines Schwimmbadkomitees, dem neben dem Arzt und dem Bürgermeister bald weitere Gemeindevertreter, auch Betriebsleiter und viele von diesem Gedanken begeisterte Bürger beitraten.

Während sich der Bürgermeister mit den Unzulänglichkeiten der DDR- Wirtschaft und dem Unwillen der Parteiführung herumschlug, begann Dr. Wiedemann Geld zu sammeln und Aufklärung über die Notwendigkeit des Bades zu betreiben.

Was so in Bewegung gebracht wurde, ließ sich nun auch nicht mehr durch die Obrigkeit aufhalten. Im Gegenteil, die Verantwortlichen in Kreis und Bezirk begriffen, dass man mit einer Unterstützung des Projektes, auch außerhalb des Plans und der engen Ressourcen, bei der Bevölkerung nur gewinnen konnte, wenn man den Baubeginn erlaubte.

Anfang 1967 erfolgte die Baugenehmigung des Planes, der von den Architekten Berz, Fischer und Schuchardt erarbeitet worden war.

Im Februar erfolgte bereits der erste Spatenstich.

Schon 1968 waren an den regelmäßigen Arbeitseinsätzen an den Wochenenden bis zu 250 Einwohner beteiligt.

Auch in der Woche standen Helfer bereit und die Gemeinde bildete eine Extra-Baubrigade für das Schwimmbad.

Die Begeisterung war riesengroß und selbst die Regionalzeitung „Das Volk“ berichtete darüber mit der Schlagzeile „Jeder fünfte Einwohner baut am neuen Freibad“.

 
Arbeitseinsatz am Bad: Das Betonbecken wird gegossen.

Im Juni 1973 war es dann soweit: Beharrlich hatten sich alle Beteiligten durch die nie endenden Schwierigkeiten durchgekämpft und die Eröffnung des Bades wurde zu einem der schönsten Feste, die Mihla erlebt hat. Der Stolz auf das Erreichte war (und ist!) riesengroß!

Seither ist die Verpflichtung für uns als nachfolgende Generation, das Bad zu Erhalten und immer wieder den neuen Anforderungen anzupassen.

Dies geschieht nun mit der Eröffnung der Breitwellenrutsche zum Badfest. Wieder haben viele mitgeholfen, gespendet und gebaut. Danke!


24. Juni 1973, Eröffnung des Bades. Dr. Ernst Wiedemann (vorne rechts) mit einigen Mitstreitern des Schwimmbadkomitees. Sein Traum ist in Erfüllung gegangen.

Noch mehr über unser Bad können Sie in der Festschrift lesen, die zum Badjubiläum angeboten wird.

Was erwartet Sie nun als Gäste zum diesjährigen Badjubiläum?

Festprogramm „50 Jahre Freibad Mihla“

24 Jahre „Dr. Ernst Wiedemann“ Bad      

Freitag, 23.Juni 2023

STARLIGHTS LIVE ® Die SynthPhonische OrgelShow mit Nico Wieditz, Beginn:

Samstag, 24. Juni 2023

Tanzabend mit der Gruppe „Revanche“,

Beginn:

Sonntag, 25. Juni 2023

10.00 Uhr: Festgottsdienst im Freibad, Kirchgemeinde Mihla/Lauterbach

11.00 Uhr: Festveranstaltung „50 Jahre Freibad“

Eröffnung der neuen Rutsche

12.00 Uhr: Blasmusik mit den „Rosenkönigen“

Am Nachmittag:

Neptunfest

Schauschwimmen, Angebote für Kinder

Speisen und Getränke

Am Sonntag freier Eintritt

Die Eintrittskarten für die Abendveranstaltungen am Freitag (23.5.) und Samstag (24.5.)

Können Sie schon jetzt als Kombiticket für beide Veranstaltungen oder als Einzelticket für Starlights Live am Samstag zu den bekannten Öffnungszeiten im Mihlaer Rathaus oder der Tourist-Info auf der Creuzburg erwerben.

Sichern Sie sich bitte schon jetzt Ihre Karte und geben Sie uns damit mehr Planungssicherheit!

Danke!

Festausschuss und Förderverein

 

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