Traditionelles Fahnenreiten und Ritt durch das Dorf

Scherbda zählt zu den „Kirmeshochburgen“ in unserer Region. Diesen Ruf hat sich der Ort wahrlich verdienst. Die Scherbsche Kirmes zu erleben macht Spaß. In einem Ort, in dem beinahe jeder Einwohner zur Kirmes immer Ende Oktober unterwegs ist und sich auch viele Gäste einstellen.

Laut den vorhandenen Aufzeichnungen wurde im Jahre 1870 erstmals über eine Kirmesfeier geschrieben. Natürlich ist dieses Fest wesentlich älter. Die frühesten Kirmesfeiern in Thüringen, immer verbunden mit der Weihe einer Kirche und dem Erntedank, lassen sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen.

In dieser langen Zeit haben sich in den einzelnen Orten ganz spezielle Traditionen herausgebildet. Aber immer dabei ist die lebendige Erinnerung an den eigentlichen Grund des Festes, der Gottesdienst in der Kirche. So auch in Scherbda am Morgen des Kirmessonntag.

Seit gut 150 Jahren gibt es in den Orten zwischen Berka, Nazza, Mihla und Scherbda den Brauch, dass Husaren in ihren hübschen Uniformen im Mittelpunkt stehen. Diese Erinnerung an die frühere Rolle der Bauernburschen als gern in den Kavallerieeinheiten der früheren kaiserlichen Armee eingezogene Reiter hat sich bis heute gehalten.


Wettreiten auf der Scherbschen Höhe.


Sieger im Jahr 2022 und damit auch Fahnenträger wurde Felix Werneburg aus Falken.

In der Scherbdaer Kirmes des Jahres 2022 ritten als 1. Husar Benito Wolf und als 2. Husar Elias Rödiger. Letzterer hatte schon zwei Wochen zuvor ausgiebige Erfahrungen bei der Mihlaer Kirmes gesammelt, bei der er ebenfalls als Husar unterwegs war.

Eine weitere uralte Tradition, die an die Zeit der Anspänner und der bäuerlichen Landwirtschaft erinnert, ist das Wettreiten am Kirmessamstag. Wegen der nicht unbedeutenden Gefahren, die heute bei ungeübten Reitern immer besteht, wird dies nur   in wenigen Orten zelebriert, dann aber mit großer Leidenschaft.

Nach der Eröffnung des Tages mit kurzen Begrüßungsreden der Husaren und einigen Musikstücken am Feuerwehrgerätehaus ziehen dann Reiter, Kirmesmädchen, Kapelle und die neugierigen Zuschauer hinaus auf ein vorher abgestecktes Wettkampffeld. Schon immer war es spannend, das Wettreiten zu erleben, hängt doch eine große Ehre daran: Neben der Ehrung des Siegers und des Pferdes, dieses erhält einen grünen Siegerkranz, darf der Gewinner die Kirmesfahne tragen.

In diesem Jahr holte sich Felix Werneburg den erstrebten Preis. Er konnte sich gegen seine Mitbewerber eindeutig durchsetzen.


Umritt durch den Ort. An der Spitze die beiden Husaren in ihren roten Uniformen, die anderen Kirmesburschen hoch zu Pferde, die Kapelle und natürlich die Kirmesmädchen.

 Nach dem Wettreiten geht es dann im Reiterzug, die Husaren vorneweg, zurück zur Feuerwehr. Dort beginnen die genau vorgeschriebenen Ständchen und Gesundheiten, die bei den Honoratioren des Ortes nach entsprechender Anmeldung vorgetragen werden und immer viele Zuhörer du Zuschauer anlocken.

Rainer Lämmerhirt

 

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