Diesen Gedanken dürften etliche Mihlaer gehabt haben, zumindest diejenigen, die in die Umstände eingeweiht waren und bemerkten, dass eine Mihlaer Firma den Abriss eines seit vielen Jahren leerstehenden Wohnhauses im Honiggraben der Gemeinde begonnen hatten.
Zur Vorgeschichte: Das lange Zeit unbewohnte Wohnhaus ist seit Jahren in einem ruinösen Zustand, in dem es die beiden Nachbargrundstücke und den öffentlichen Verkehrsraum der Straße gefährdet.
Bereits vor Jahren hatte der damalige Nachbar des Hauses großes Interesse daran, das Grundstück zu erwerben, abzureisen und neu zu gestalten.
Da keine Eigentümer durch die Verwaltung auffindbar waren wurde das Grundstück treuhänderisch an die Gemeinde übertragen. Diese bereitete mit dem Nachbarn einen Kaufvertrag vor und klärte die Möglichkeiten eines Abrisses und der Neubebauung mit den Zuständigen im Rahmen der Stadtkernsanierung. Alles sah nach einer optimalen Lösung aus: Der Kaufvertrag wurde von beiden Seiten unterschrieben, eine Umsetzung durch das Amtsgericht allerdings abgelehnt und mit der Begründung, dass eine bis dato unbekannte Erbin, eine Verwandte der letzten Eigentümer, aufgefunden worden wäre.
Die Gemeinde schaltete einen Anwalt ein und forderte die nunmehrige Erbin des überschuldeten Grundstückes zum Handeln auf. Dabei blieb es.
Der Bauzustand verschlechterte sich rasch weiter, der Nachbarkäufer verkaufte inzwischen sein eigenes Wohnhaus und eine neue Familie zog dort ein. Auch diese forderten den Abriss des Gebäudes, ebenso die anderen Nachbarn. Gerade bei dieser Familie ging eine direkte Gefährdung für das eigene Grundstück aus.
Die Stadt trat mit dem Bauordnungsamt des Kreises wegen einer Ersatzvornahme, den Abriss des Gebäudes wegen starker Gefährdung auf Staatskosten, in Verbindung, aber Ergebnisse waren nicht erkennbar.
Bis auf die erste Augustwoche. Ohne weitere Info an die Stadt erteilte das Ordnungsamt des Kreises eine Vollsperrung für den Honiggraben wegen eines Wohnhauses und siehe da, nun sind wir beim Wunder: Das besagte Wohnhaus wird abgerissen. Die genauen Hintergründe waren der Stadt bis zum 6. August nicht bekannt, aber der Vorgang als solcher wird natürlich sehr begrüßt, vor allem aber von den Nachbarn, aber auch von der Stadt. Eine extreme Unfallgefahr ist damit beseitigt.

Fotos E. Krause.
– Ortschronist Mihla –
