Gedenken in Creuzburg an ein Geschehen, welches nicht vergessen werden darf

Immer am 14. Februar treffen sich Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Vertretern der Stadt und der Kirchgemeinde vor der Gedenktafel am Rathaus, die an die Inhaftierung von elf  Creuzburger Jugendlichen in der Nacht zum 14. Februar 1946 erinnert.

Unter dem Verdacht der Organisation Werwolf angehört zu haben, wurden die elf fünfzehn- bis siebzehnjährigen Jungen aus Creuzburg vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und zu zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren Zuchthaus verurteilt.


Ein Blick auf die Teilnehmer, Angehörige der damaligen Jugendlichen, Vertreter der Stadt und der Kirchgemeinde (Foto Lämmerhirt).


Die Gedenktafel am Creuzburger Rathaus. Erinnerung an die damaligen Opfer.

Für die Familien der Betroffenen folgten viele Monate und Jahre der Verzweiflung und der Hoffnung. Hatten doch alle gerade die Schrecknisse des Krieges überstanden, viele von ihnen bei Verlust von Angehörigen und auch der eigenen Wohnung im weitgehend zerstörten Creuzburg.

Die Jugendlichen traf es noch härter. Sie wurden verhört, geschlagen und schließlich verurteilt. Neben diesen körperlichen Härten kam die Trennung von der Familie dazu. Vor allem waren sie völlig unschuldig und wohl nur die Denunziation von „Mitbürgern“ hatte sie in diese Lagegebracht.

Hermann Küfner verstarb in der Haft, andere kamen in Gefängnisse nach Buchenwald, Bautzen oder Torgau, zwei von ihnen verbüßten die völlig haltlosen Strafen sogar in einem Arbeitslager in Sibirien.

Die Namen der damals inhaftierten Jungen wurden auch an diesem Nachmittag vorgelesen.

Ortsteilbürgermeister Ronny Schwanz erinnerte in seinen Worten an das schreckliche Geschehen und Bürgermeister Rainer Lämmerhirt bekräftigte, dass ein Mensch erst dann wirklich gestorben ist, wenn es keine Erinnerung mehr an ihn gibt. Daher sei es die Aufgabe der Stadt, immer am 14. Februar an dieses Verbrechen zu erinnern.

Er bedankte sich auch bei Altbürgermeister Arnd Breustedt, der vor Jahren die Geschehnisse aufgedeckt hatte und die Anbringung der Gedenktafel veranlasste.

Im Anschluss wurde bei einer Tasse Kaffee im Nikolaitreff auf dem Markt über die dramatischen Ereignisse der damaligen Tage geredet, aber auch aktuelle Entwicklungen reflektiert, die deutlich machten, dass die gegenwärtige Situation und die Stimmung im Lande besorgniserregend seien.

-Amt Creuzburg-

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