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Ein Blick voraus – ein Blick zurück. Die Lauterbacher Straße in Mihla.

Trotz aller Materialprobleme und des für Tiefbauarbeiten nicht gerade günstigen Wetters konnten die Mitarbeiter der Firma Universalbau die gesteckten Ziele im Ausbau der Lauterbacher Straße bis kurz vor Weihnachten erreichen.

Der neue Kanal wurde von der Sandmühle bis zur Lauterbacher Mühle verlegt. Ein großer Teil der Gabionen ist am Hang des Bauabschnittes von der Sandmühle bis zur Einmündung der Pfarrmünsterstraße bereits verbaut. Die Angleichungen des Hangs erfolgen noch.

Nun wird die Baustelle so hergerichtet, dass die Anwohner auf einer Schotterdecke in der Winterpause auf ihre Grundstücke gelangen.

Nach dem Winter, geschätzt im März, gehen die Bauarbeiten dann in die zweite Runde. Neben dem Kanal müssen noch die neue Trinkwasserleitung und eine Gasleitung verlegt werden, ehe der Gehwegbau, die Straßenbeleuchtung und zum Abschluss die Bitumendecke folgen.

Parallel dazu beginnt der Kanalbau von der Sandmühle bis zur Pfarrmünsterstraße.

Die aktuellen Arbeiten lohnen, einen Blick zurück zu werfen.

Im Mihlaer Ortsarchiv lagern die Akten des Bauausschusses der Gemeinde, zurückgehend bis in die Jahre um 1880.

Interessant für die Lauterbacher Straße ist der Aktenband bis 1933. Darin ist zu erfahren, dass die Gemeinde mit Hilfe der damaligen staatlichen Notstandsarbeiten die Lauterbacher Straße ausbauen wollte. Genauer gesagt, die „Sandhöhle“, wie der alte Fahrweg damals genannt wurde. Diese Bezeichnung macht bereits deutlich, was es über Jahrhunderte hinweg eigentlich war, ein schmaler Weg am Hang entlang bis zur Sandmühle und dann weiter nach Lauterbach.

Im Protokollbuch des Bauausschusses ist zu lesen:

„Der Bauausschuss traf sich am Sonntag, den 27. August 1933, um die Gebäude der Schäfereigasse zu besichtigen… Dann begaben sich die Ausschussmitglieder zur Sandmühle und besichtigte die im Rahmen der Notstandsarbeiten befindliche Lauterbacher Straße.Auf der linken Seite ab Grundstück Ernst Böhnhardt bis zum Garten von Valentin Streck wird eine zirka 1,50 Meter hohe Mauer errichtet. Der Hang ist dazu bis zu den Grenzsteinen abgetragen worden, wodurch sich die Straße verbreiterte.

Der Bauausschuss befasste sich mit dem Abgraben des Hangs vor dem Garten von Valentin Streck (Besitzer der Lauterbacher Mühle und Ortsgruppenleiter der NSDAP) bis zur Straßengrenze Mihla/Lauterbach. Da die dortigen Gärten zur Lauterbacher Flur gehören und die Gemeinde Lauterbach es abgelehnt hat, die Arbeiten an der Straße zu unterstützen, sieht der Bauausschuss hier von einer Verbreiterung der Straße und der Errichtung einer Mauer ab und stimmt nur dem Ausbau der Straße zu. Ein Quellwasser, das aus der Gartenecke von Erich Krauße entspringt, soll unter der Straße weg in den Bach geleitet werden.

Betreffs des Bürgersteigs in der Lauterbacher Straße ab der Sandmühle wird folgender Entschluss gefasst: Derselbe soll in einer Breite von einem Meter mit Bordrinne und angepflasterten Kanal auf der Bachseite bis zur Einmündung der Pfarrmünsterstraße angelegt werden.“

Soweit die damaligen Festlegungen, die im Verlauf des Jahres 1933 auch umgesetzt wurden. Trotz immer wieder auftretender Einstürze der Mauer an einigen Abschnitten hat diese bis heute gehalten.

-Ortschronist Mihla-

 

 

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