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August Kuhlmann, der Name sollte nicht vergessen werden

Schluss

Ich hatte berichtet, dass Frau Barbara Kuhlmann als Urenkelin der Mihlaer Adelsfamilie von Harstall von Seiten ihres Vaters Armin Kuhlmann auf eine ganz außerordentliche Familiengeschichte zurückblicken kann. Ihr Großvater August Kuhlmann wird heute noch in Namibia von den Ureinwohnern, den Hereros verehrt.

Darüber hat Frau Kuhlmann mir gegenüber nie ausführlich gesprochen, erst durch einen Zufall in der Beschäftigung mit den großen Aufständen der Hereros und der Namas zur Zeit des Kaiserreiches bin ich auf diese Verbindung gestoßen. Marc Engelhardt hat sich im Jahre 2016 intensiv mit der Geschichte dieses außergewöhnlichen Mannes beschäftigt und beim nächsten Besuch von Barbara Kuhlmann in Mihla wird dieses Thema auch im Mittelpunkt unserer Gespräche stehen.

Was wurde nun aus August Kuhlmann nach der Niederschlagung des Herero-Aufstandes?

Mit seinem kritischen Buch „Auf Adlers Flügeln“ und seinen Bildvorträgen, in denen er auf das Leid der Ureinwohner und auch auf die Verbrechen der deutschen Schutztruppe und der Verwaltung in Süd-West hinwies hatte August Kuhlmann kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges für sehr viele Diskussionen gesorgt.

Allerdings beendete der Ausbruch des Krieges rasch diese im Kaiserreich aufkommenden kritischen Hinterfragung der deutschen Kolonialpolitik. Schon bald stand das Kriegsgeschehen im Mittelpunkt aller Diskussionen und gefeiert wurde General von Lettow-Vorbeck, der Held von Deutsch- Ostafrika.

August Kuhlmann kehrte auf seine Missionsstation nach Omaruru zurück und war dort bis 1939 im Missionsdienst tätig. Er wurde so zum „guten Geist“ der dortigen Ureinwohner.

Eine der Höhepunkte seiner geistlichen Tätigkeit war die Taufe des Herero-Königs Christiaan Zeraua im Jahr 1934. Im Ruhestand übersetzte er das Alte Testament ins Herero, eine bleibende Leistung, für die er viel Anerkennung erhielt.

August Kuhlmann verstarb am 30.08.1945 und wurde später auf den Friedhof von Omaruru beigesetzt.

Sein Tod löste bei den Hereros große Trauer aus, was sich schon darin ausdrückt, dass sein Grabmal noch immer vorhanden ist.

Kuhlmanns Missionshaus in Omaruru ist heute ein Museum. Gegenüber steht noch immer die alte Kirche, daneben der Friedhof der Herero-Häuptlinge. Enkelin Barbara Kuhlmann hat die Renovierung des Missionshauses vorangetrieben.

Mit seiner zweiten Frau Elisabeth hatte August Kuhlmann neun Kinder. Hinzu kamen die Zwillinge aus erster Ehe: Erich Kuhlmann, Werner Kuhlmann, Margarete Kuhlmann, Herbert Kuhlmann, Helmut Kuhlmann, Erika Kuhlmann, Irmgard Kuhlmann, Ingeborg Kuhlmann und Armin Kuhlmann.


Missionshaus in Omaruru.

Mit Armin Kuhlmann, der als schwerverwundeter Hauptmann der Wehrmacht die Tochter Sabine von Annemarie Große-Brauckmann aus dem Mihlaer Grauen Schloss kennenlernte und heiratete, schließt sich der Kreis unserer Betrachtungen.

Beim nächsten Besuch von Frau Barbara Kuhlmann in Mihla wird es viel zu bereden geben.

Rainer Lämmerhirt

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