3. Teil – Unterwegs

Nach dem Einbinden der Flöße in Wernshausen starteten die Flößer zu ihrer Fahrt, die sie über gut eine Woche bis nach Hannoversch-Münden tragen sollte.

Auf der Fahrt mussten insgesamt 19 Floßgassen und dann vor allem werraabwärts noch zahlreich Schleusen befahren werden.

Das Passieren der Floßgassen war häufig schwierig und nicht ungefährliche. Die etwa bis zu fünf Meter breiten Gassen ermöglichten den Flößen die Passage des Wehres im freien Sturz. Dabei musste besonders darauf geachtet werden, dass dabei das Floß nicht mit der Spitze auffuhr. Bei besonders gefährlichen Stellen wurde das Floß vom Wehr aus mit Stangen und Seilen durch die Floßgasse dirigiert…

Wesentlich leichter waren dagegen die Schleusen zu passieren. Das war dann allerdings ein zeitaufwendiges Unterfangen und kostete auch einen beim Müller zu entrichtenden Obolus.

Ein weiteres Problem bestand in den häufigen Oberwasserstaus der Wehre. Hier mussten die Flößer mit ihren Steuerstangen „schieben“, um voranzukommen. Überliefert ist auch, dass getreidelt wurde. Hierfür benutzte man Pferde, was aber auch wieder mit zusätzlichen Kosten verbunden war. Selbst der Einsatz von Außenbordmotoren am führendem Floß ist aus den letzten Jahren des Floßbetriebes vor dem 2. Weltkrieg überliefert. Dazu wurden dann bis zu sechs Flöße zusammengebunden.

Flossfahrt 7
Gelassen treibt das Floß die Werra abwärts. Die Brücke in Dorndorf ist erreicht. Gut zu sehen sind die „an Bord“ gestapelten Gegenstände, die für das Leben auf dem Floß wichtig waren.

Flossfahrt 8
 Der Rückstau des Wehres von Vacha ist erreicht. Nun gilt es für die Flößer zu „schieben“, um überhaupt vorwärts zu kommen.

Flossfahrt 9
 In der Schleuse von Vacha.

 – Ortschronist Mihla –

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